1,6 Millionen Syrer kehren in ihr Land zurück – nur etwa 6.000 aus Deutschland

Aus vielen Ländern kehren Menschen in großer Zahl nach Syrien zurück. Warum nicht aus Deutschland? Angeblich liegt es an einer Überlastung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge und der Gerichte. Ein Land, das nichts mehr außer schamloses Ausplündern seiner Steuerzahler kann.

IMAGO / Chris Emil Janßen

In Deutschland leben nach den Zahlen der Arbeitsagentur 974.000 Syrer. Also grob eine Million. Davon sind 685.000 im erwerbsfähigen Alter. 518.000 leben von staatlicher Unterstützung. Das entspricht 54,9 Prozent. 236.000, also noch nicht einmal ein Drittel gehen einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach. All diese Zahlen sind von der Bundesagentur für Arbeit.

Staatsmann Merz, ein Freund genauso großer wie leerer Worte, sagte, dass 80 Prozent dieser Syrer in ihr Land zurückkehren sollen. Nun hat es nichts zu besagen, wenn Kanzler Merz etwas sagt, die Halbwertzeit seiner Äußerungen ist zu klein, um sie präzise messen zu können.

Umso erstaunlicherweise ist es, dass Syrer aus anderen Ländern in ihre Heimat zurückkehren. Und das in großer Zahl. Aus der Türkei, dem Libanon, Jordanien, Irak und Ägypten sind zusammen etwa 1,6 Millionen Syrer zurückgekehrt. Aus Deutschland rund 6.100. Das ist noch nicht mal ein halbes Prozent. Warum schaffen das diese Länder und Deutschland nicht? Woran könnte es liegen? Da die Brandmauerpolitik und ihre Medien gebetsmühlenartig darauf hinweisen, dass das Bürgergeld kein Magnet für die Einwanderung ist und deshalb natürlich auch kein Grund sein kann, hier zu bleiben, kann es am Bürgergeld also nicht liegen. Aber woran könnte es denn sonst noch liegen?

Seit dem Sturz des Assad-Regimes am 8. Dezember 2024 sind laut UNHCR bis Mitte April 2026 rund 1,614 Millionen syrische Flüchtlinge zurückgekehrt. Allein aus der Türkei 634.000, aus dem Libanon 621.000, aus Jordanien 284.000. Nochmal: Aus Deutschland sind rund 6.100 Syrer zurückgekehrt.

Diese Diskrepanz ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines politischen Kurses, der sich sogar vom eigenen Anspruch entfernt hat. Das deutsche Asylsystem behauptet, auf einem klaren Grundsatz zu basieren. Schutz wird auf Zeit gewährt. Dieser Schutz endet, wenn der Fluchtgrund entfällt. Nach Ansicht der oben genannten Länder ist dieser Punkt offensichtlich erreicht. Für Deutschland aber nicht. Warum? Schon Angela Merkel erklärte 2016 unmissverständlich, man erwarte bei Frieden in Syrien die Rückkehr der Geflüchteten. Heute wirkt dieser Satz wie ein Relikt aus einer anderen politischen Epoche. Aber vielleicht hat sie das ja als Privatmann gesagt.

Die große Mehrheit der rund eine Million seit 2015 eingereisten Syrer ist geblieben. Rund 300.000 wurden bereits eingebürgert. Der temporäre Schutz wird, entgegen dem damals zur Beruhigung Gesagten, zum Rundumsorglos-Daueraufenthalt. Und das unabhängig von der Entwicklung im Herkunftsland.

Es ginge, so man denn wollte, aber auch anders. Die Widerrufsprüfung, ein zentrales Element des Asylrechts, wird nicht genutzt. So könnte geklärt werden, ob ein Schutzstatus noch gerechtfertigt ist. Doch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) behauptet, diese Prüfungen würden anlassbezogen durchgeführt, etwa bei Straftaten oder unerlaubten Heimreisen. Das BAMF begründet sein Vorgehen damit, dass die Lage in Syrien noch nicht stabil genug wäre. Wann genau die Schwelle zur Neubewertung erreicht ist, bleibt offen.

Eine Neubewertung wäre laut Fachleuten aber jetzt bereits möglich. Manche meinen sogar, sie wäre dringend geboten, wenn man die Begeisterung der Syrer für ihren neuen Machthaber mit Islamismusvergangenheit Ahmed al-Scharaa bedenkt. Aber wie so häufig spielt das Recht in Deutschland nur noch eine untergeordnete Rolle. Wie so häufig in letzter Zeit, scheint das Hauptproblem die Umsetzung zu sein. Offenbar fehlen Kapazitäten. Das BAMF sei ausgelastet und die Verwaltungsgerichte wären durch Klagen auf Jahre hinaus blockiert. Und selbst erfolgreiche Verfahren führen nicht automatisch zur Ausreise, denn die praktische Durchsetzung von Abschiebungen gilt als unsicher, wenn nicht gleich unmöglich. Traurige Beispiele gibt es dafür.

Während andere Länder Fakten schaffen, bleibt Deutschland im ängstlichen Verharren und im aktivistischen, mittlerweile üblichen, propagandistisch begleiteten Nichthandeln. So wird einmal mehr der Ausnahmezustand zum Normalfall.

Allerdings müssen die Leistungen, die die halbe Million Syrer aus Steuergeldern erhalten, vorher erwirtschaftet werden, bevor der Staat sie mit anderen exorbitanten Steuern, Abgaben und anderen Gebühren einziehen und an die syrischen Bürgergeldempfänger auszahlen kann. Und diese Leistungen erbringen diejenigen, die auch noch für die Krankenkassenbeiträge der Flüchtlinge aufkommen. Den Syrern will man aus falsch verstandener Menschlichkeit keinerlei Härten zumuten. So viel Rücksicht gilt nicht für deutsche Steuerzahler. Denen muten die Brandmauerparteien alles zu.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 49 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

49 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
na sowas
21 Tage her

Dann sollten die unfähigen „Verantwortlichen“, sich Tipps von Erdogan geben lassen

MeHere
21 Tage her

Kann es sein, dass dich viele dieser Menschen mehrfach angemeldet haben oder gar nicht existieren ? Ist unser Parteien- und Beamtenstaat wirklich so dämlich ?

Or
21 Tage her

Geht das nur mir so, daß‘n Merz mittlerweile auf nahezu jedem Bild, wo er vor’n Mikro steht, überrascht wirkt.

Kassandra
21 Tage her
Antworten an  Or

Nun ja. Spiegelten ihn seine Gesprächspartner als Lügner, wie hier Al Dscholani, wäre das auch kein Wunder.
Zumal er davon ausging, dass der ISMann wohl das Vereinbarte in der Öffentlichkeit absondern sollte, der aber sofort erklärte, was für ihn Sache ist.
Als Spielball der Geschichte – und des Weltsozialismus erkannt?

PaulKehl
21 Tage her

Von den angeblichen 1 Mio. Syrern dürften viele gar nicht au Syrien stammen entsprechend der Quote von 68 %, die ohne Pass eingesickert sind. – Bei den richtigen Syrern bedarf es in Anwendung der Rechtsprechung des EUGH zu den afghanischen Frauen keiner Einzelfallprüfung. Sie hatten als Fluchtgrund bei der Einreise das Assad-Regime genannt. Da dieses entfallen ist, liegt kein Fluchtgrund mehr vor und sie können ihre Heimat wieder aufbauen.

ceterum censeo
21 Tage her

Die Syrer in Deutschland fahren selbstverständlich nach Syrien zurück – um dort Urlaub zu machen! Irgendwie müssen sie ja – wenn schon nicht sie selbst – die üppige Vollversorgung in die Heimat bringen…

Kassandra
21 Tage her
Antworten an  ceterum censeo

Stellt euch nur mal vor, wir erleiden tatsächlich einen dauerhaften Mangel an Kerosin und anderen Treibstoffen –
dann müssten die bleiben?
Alle?

ceterum censeo
21 Tage her
Antworten an  Kassandra

Machen die doch sowieso. Zumindest außerhalb der Urlaubszeit. By the way: muss der Urlaub dem Arbeits-/Sozialamt gemeldet werden? Oder gilt das wenn nur für Biodeutsche? Na gut. Ist `ne rhetorische Frage…

MeHere
21 Tage her
Antworten an  ceterum censeo

Die Beute … bitte – so viel Zeit muss sein

Mausi
22 Tage her

Und dennoch ist es so, dass die Rückkehrer allein nichts aussagen. Der Artikel müsste zusätzlich die Zahl der Syrer in den Ländern auflisten.

Kassandra
21 Tage her
Antworten an  Mausi

Wobei mich nur interessiert, was uns hier in D und der EU zugemutet ist.
Da uns diese tatsächlichen Zahlen verborgen werden bleiben wir auf immer um den BelagerungsZustand des gesamten Landes im Ungewissen.
Neueste Invasoren kommen zudem jung und im Pulk wohl aus Afrika.
Auch hier: es wird die Anzahl der täglichen NeuEinreisen nicht offen gelegt.

eifelerjong
21 Tage her
Antworten an  Mausi

Wozu, Mausi?
Es genügt zu wissen, dass diese Syrer aus den genannten Ländern ausreisen (ausgereist werden?).
Die Prozentzahl ist a) irrelevant und b) sagt sie nichts darüber aus, warum es hier nicht geschieht.

Raul Gutmann
22 Tage her

Da die Brandmauerpolitik und ihre Medien gebetsmühlenartig darauf hinweisen, dass das Bürgergeld kein Magnet für die Einwanderung ist und deshalb natürlich auch kein Grund sein kann, hier zu bleiben, kann es am Bürgergeld also nicht liegen. Aber woran könnte es denn sonst noch liegen?

Lügen mögen lange den Himmel verdunkeln, doch irgendwann bricht die Sonne der Wahrheit durch.
Am Ende aller Tage zählen nur zwei Wahrheiten: die Liebe und eine .45.
Der Verlust der essentiellen bürgerlichen, anthropologischen Konstanten »Gott, Kaiser, Vaterland« weist auf die gegenwärtige gesellschaftliche Devastation.

Wilhelm Rommel
22 Tage her

Also die Masse der ‚Rückkehrer‘ kehrt zurück aus den außereuropäisch-islamischen Ländern Türkei, Libanon, Jordanien, Irak und Ägypten: Dort sind diese Leute ja schließlich auch kein ’strategisches nationales Gut‘ (Außenminister Asaad Shaibani), denn diese Staaten sind doch schon Teil der ‚Umma‘, die es auch in Mitteleuropa zu stabilisieren, nach Kräften auszubauen und in alle Ewigkeit zu stabilisieren gilt. Und wenn der Herr al-Scharaa mehrere hundert Mal versichern sollte, den islamistischen Maximen seiner Ursprungsorganistionen abgeschworen zu haben, würde ich ihm nicht ein Wort glauben! Eine knappe Million, das ist – selbst wenn man Frauen und Kinder abrechnet – schon eine Hausnummer! Und… Mehr

Kassandra
21 Tage her
Antworten an  Wilhelm Rommel

Lässt man sie irgendwo beten, erkennen sie ihr „Haus des Islam“ und laut ihrer Vorgaben „verteidigungsbereit“.

OJ
22 Tage her

Der einzige Grund ist die Luxus Alimentierung ❗
Alles andere ist bla, bla, bla.

Kassandra
21 Tage her
Antworten an  OJ

Seit nunmehr fast 1448 Jahren hat der Islam den Auftrag, alle Welt zu erobern und in der Umma der EinzigGläubigen zu einen.

OJ
21 Tage her
Antworten an  Kassandra

Wie gesagt, alles andere ist bla, bla, bla ❗

joseph
22 Tage her

Es sind deutlich weniger als 6.000 aus Deutschland, denn die Zahl bezieht sich auf alle sonstigen Länder zusammengerechnet.

Last edited 22 Tage her by joseph
Kassandra
21 Tage her
Antworten an  joseph

Ja. Mit der Veröffentlichung von Zahlen, Daten und Fakten werden wir seit Merkel schamlos betrogen.
Nicht nur hinsichtlich Invasion.